Richtfest bei einem Großprojekt der Baugesellschaft München-Land

In Ottobrunn gab es Grund zum Feiern: Für den zweiten Bauabschnitt in der Wohnanlage mit 85 neuen Mietwohnungen mit Tiefgarage und einer sozialen Einrichtung stand in der Josef-Seliger-Siedlung das Richtfest auf dem Programm. Zahlreiche Gäste ließen sich auch den Richtschmaus im Festzelt nicht entgehen.  

Es entstehen 170 Wohnungen in drei Bauabschnitten 

Die Baugesellschaft München-Land (BML) hat sich angesichts der schlechten Bausubstanz zum Abriss des Altbestandes und zur Neubebauung der in den 50er Jahren errichteten Siedlung entschlossen. In drei Bauabschnitten werden 148 Wohnungen abgerissen und rund 170 Wohnen neu errichtet.

Bezahlbarer Wohnraum: BML fordert mehr Unterstützung vom Staat

Die große Zahl an Wohnungen sind laut BML-Geschäftsführer Ulrich Bittner „aufgrund der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt dringend notwendig.“ Während die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steige, reduziere sich seit Jahren die Zahl der Sozialwohnungen. „Zum einen läuft bei vielen geförderten Wohnugen die Bindung aus, zum anderen sind keine Anreize zum Neubau für private Investoren zu erkennen“, erklärte Ulrich Bittner. Im sozialen Wohnungsbau engagieren sich derzeit vor allem kommunale, kirchliche, sozial orientierte Wohnungsbauunternehmen und Genossenschaften. Mit Fördermitteln gehen der Landkreis München, die Regierung von Oberbayern und die Gemeinden, wie etwa Ottobrunn, mit gutem Beispiel voran. Dies müsse der Staat stärker unterstützen.   

Zehn Häuser für Wohnungen und Sozialeinrichtungen

Bereits im Dezember 2015 wurde der erste Bauabschnitt mit 51 Wohnungen, einer Tiefgarage und sozialen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) fertig gestellt. Nun werden im zweiten Schritt weitere 85 Wohnungen in zehn Häusern gebaut. Außerdem wird an der bestehenden Tiefgarage eine Erweiterung mit 90 Stellplätzen angebaut. Sieben der zehn Häuser werden im Geschoßwohnungsbau mit zentralem Treppenhaus realisiert. Sechs davon haben vier Vollgeschoße und einen Aufzug. Ein Gebäude mit drei Vollgeschoßen ist ohne Aufzug geplant. Im Untergeschoß gibt es  Kellerabteile, Fahrradabstellräume sowie Wasch- und Trockenräume. In drei weiteren Maisonette-Häusern ohne Keller sind in drei Vollgeschoßen 14 Wohnungen untergebracht. Abstellräume und Tiefgaragenzugänge befinden sich in externen Zwischen- und Nebengebäuden. Alle zehn Häuser erhalten im obersten Bereich Laternengeschoße.

Viel Platz für kinderreiche Familien

Insgesamt entstehen 42 Zwei-Zimmer-, zehn Drei-Zimmer-, 19 Vier-Zimmer- und 14 Fünf-Zimmer-Wohnungen. Ein erheblicher Teil der Wohnungen haben vier bis fünf Zimmer, weil auch an kinderreiche Familien gedacht wurde, die auf dem freien Markt kaum bezahlbaren Wohnraum finden. Vor allem die 126 qm großen Maisonette-Wohnungen bieten mit fünf Zimmern auf drei Vollgeschoßen viel Platz. Gemeinsam mit der Gemeinde Ottobrunn wurde auch an die Beteiligung von sozialen Trägern gedacht: Ein komplettes Haus mit elf Wohnungen wird an die Regenbogen Wohnen gGmbH vermietet.

Attraktive Außenanlagen

Die Außenanlagen schließen sich an den Außenbereich des ersten Bauabschnittes an und bieten oberirdische Stellplätze, Kinderspielplätze und ein zentrales Mülltonnenhaus. Die Hauptwege von Nord nach Süd führen durch die komplette Wohnanlage und sind öffentlich zugänglich. Die Nebenwege zur Erschließung der Häuser sind daran angeschlossen.  

31,5 Millionen Euro Gesamtinvestition

Bezugsfertig sollen 38 Wohnungen in vier Häusern bis Dezember 2019 sowie die weiteren Wohnungen im Frühsommer und Herbst 2020 sein. Die Kosten für das Gesamtbauvorhaben in drei Abschnitten inklusive Grundstückswert betragen 31,5 Millionen Euro. Das Grundstück im Wert von 4,25 Millionen Euro ist Eigentum der Baugesellschaft München-Land. Das Belegungsrecht liegt bei der Gemeinde Ottobrunn. Finanziert werden die Baukosten mit mehreren Darlehen sowie mit Mitteln der Gemeinde (1,8 Mio. Euro) und der BML (3,5269 Mio. Euro).

Sehnsüchtiges Warten auf den Einzug

In die neuen Wohnungen einziehen werden zunächst die Mieter, die noch im Altbestand des künftigen dritten Bauabschnittes wohnen sowie Bewohner des ersten Neubaus, bei denen sich Veränderungen in der Familiengröße ergeben haben. Hinzu kommen neue Mieter, die von der Gemeinde ausgewählt werden. Die Kaltmieten betragen 9,97 Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten in Höhe von 3,70 Euro pro Quadratmeter. Ein Tiefgaragenstellplatz kostet monatlich 50 Euro inklusive Betriebskostenpauschale.